Ruhr-Universität Bochum
WiSe 2003/04
Lehrstuhl für Komparatistik
Seminar: Theorien, Modelle,
Methoden: Person und Figur
Dozenten: Prof. Dr.
Monika Schmitz-Emans/Prof. Dr. W. Beilenhoff
Referent: Lars Banhold
- 1999 wurde Batman zum beliebtesten Comichelden des 20jh. Gewählt
- 7 Kinofilme zwischen 1943 und 1997, der 8. ist in Arbeit; 8 TV-Serien
- Über 750 Auftritte in „Detective Comics“, 624 Ausgaben von „Batman“, 6 monatliche Comicreihen, 5 Spin-Off Reihen, 17 Batman-Comics erscheinen allein im Februar 2004
II.
Die Entstehung der Figur
- 1938 erschien in „Action Comics #1“ mit Superman der erste urbane Superheld
- 1939 entwickelte der 23jährige Robert Kane als Antwort die Figur „Birdman“, welche durch das Eingreifen des Autoren Bill Finger später in Batman umbenannt wurde
- Kane und Finger verbanden Elemente ihrer Lieblingshelden/-schurken Zorro, Phillip Marlowe, Sherlock Holmes, the Shadow, Dracula und dem Monster aus dem Horrorfilm „the bat whistles“ mit einer Zeichnung von Leonardo da Vinci zu einem düsteren urbanen Helden
III.
Batmans Umwelt
-
Gotham City
à Der Name „Gotham“ geht auf den Roman „Salmagundi“ zurück
à Symbol des urbanen Terrors, welches alle schlechten Eigenschaften einer amerikanischen Metropole vereint
à In der Darstellung Anleihen beim Expressionismus, mittelalterlicher Gotik und der viktorianischen Gothicliterature
-
Die Gegner
à Batmans
Gegner sehen sich stets als Opfer der Gesellschaft
à Symbole
des von Freud benannten „Beginn des Grauens“ à vertraute und positive
Symbole werden zu unheimlichen Quellen der Furcht
IV.
Batman- Der Held
- Batman wird vom Symbol der Furcht zum Helden
-
Batman nach Grimm:
à Menschlicher Ursprung, allerdings mit besonderer Herkunft
à Motiv der Entschädigung für Mangel in der Jugend (durch den vorzeitigen Tod der Eltern)
à Verbindung zum Tier = Fledermaus (welche auch als Identitätsstifter dient)
à Heldensitz = Die Bathöhle/Wayne Manor
à Spezielle Waffen = Batmobil, Baterang, Allzweckgürtel, Batcomputer, etc.
-
Heldenhafte Eigenschaften:
- Besondere Intelligenz und Bildung
- Große athletische Stärke
- Lebensretter
- Kein moralisch einwandfreier Held
1939: Erster
Auftritt Batmans in „Detective Comics No. 27“ mit „The Case of the chemical
Syndicate“. Batman als schweigsamer und brutaler Vigilant mit
Anleihen bei Horrorfilmen, Kriminalliteratur und Pulps.

1940: Durch Robin erste Schritte in die
Familientauglichkeit. Grundstein für die harmlose Kinderliteratur der 40er
Jahre


Die 40er: Batman entkriminalisiert und in konservativere
Wertvorstellungen eingegliedert Batman als familienfreundlicher Held Verharmlosung der Geschichten

Die 50er: Batman zunehmend im Bereich Science Fiction
angesiedelt als Wissenschaftler, Forscher und Abenteurer.

Die 60er: Batman zunehmend als Heldenparodie im Pop-Art-Design.

Die 70er: Batman wieder als dunkler Held und Einzelgänger.
Erstmals auch mit sozialkritischen Zügen. Stärkerer Ausbau der Figur „Bruce Wayne“ als Playboy
der Disco-Ära und Millionär mit sozialem Bewusstsein.
Die 80er: Neudefinition Batmans als tragischer Held mit
psychotischen Zügen. Bezug auf Nietzsches Übermensch. Abwertung„Bruce Waynes“ zur bloßen Maske für Batman
als eigentliche Identität. Batman als übermenschlich-epische Figur Teilweise Auflösung der Grenzen zwischen Held und
Schurke


Die 90er: Intensive Ausarbeitung psychologischer Komponenten. Batman als düstere Figur zwischen Held und Anti-Held

