Ruhr- Universität- Bochum
Komparatistik
Seminar: Mythos Kasper Hauser
Leitung: Frau Prof. Dr. Monika Schmitz- Emans
Wintersemester 2003/ 2004
Referentin: Sabine Gogolok
Thesenpapier zum Referat:
Thomas Lehner: Der rätselhafte Kasper Hauser oder Schwierigkeiten
beim Entziffern der Welt. Hörspiel für acht Frauenstimmen, Bänkelsang und
Originalton (1984)
05. Januar 2004
1. Daten zum Autor
- *
1944 in
- Hörspiel erschien 1984
2. Vorwort:
Im ersten Teil seiner Hörspiel
Trilogie reflektiert Thomas Lehner das Schicksal Kaspar Hausers im Gespräch von Frauen aus dem Umfeld des
„Findlings“. Hierbei handelt es sich um Frau Daumer, Frau Binder, die Dalbonne
(sein Kindermädchen), die Gefängniswärterin Hiltl, Frau Lehrerin Meyer und
Henriette Feuerbach.
Lehner gibt Frauenstimmen der
Vorzug, da Frauen, wenn sie „einmal nicht an die Welt der Männer denken“,
Kaspar näher seien und seine „Sprache des Herzens“ verstehen können.
Szenen 7, 8 und 10:
2.1. Szene 7:
- Frau
Daumer und Frau Binder im Gespräch (Geräusche vom Volksfest auf dem
Schmausenbuck, Nationalfeiertag. Kaspar wurde dem König vorgestellt)
- Hier
wird Kaspar als „Untersuchungsgegenstand“ für Feuerbach, Daumer und all
die anderen beschrieben
- Frauen
sprechen überaus liebevoll über und von Kaspar „Manchmal denke ich,
Kaspar, als er zu uns kam und sein Kopf so leer war, dachte mit dem
Herzen“ (Frau Daumer, Zeile 64, Seite 320)
- Frau
Daumer hatte schon immer ein sehr liebevolles Verhältnis zu Kaspar, sie
freut sich sehr über die Fortschritte, die Kaspar in dieser Welt nun macht
„aber für ihn freut es mich, dass er jetzt festen Tritt in unserer Welt
gefasst zu haben scheint“ (Frau Daumer, Zeile 19, Seite 319)
- Frau
Daumer und Frau Binder fragen sich, wie die Welt wohl für sie gewesen
wäre, wenn sie an Kaspars Stelle wären (Bewunderung)
2.2. Szene 8:
- Stephanie
diktiert der stummen Marie, im Hintergrund höfische Musik
- Stephanie
diktiert der stummen Marie einen Brief an Herrn Feuerbach, welchen sie
allerdings am Ende wieder zerreißt
- In
dieser Szene wird deutlich, das Stephanie an ihren Erstgeborenen Sohn
Gaspard denkt
- Hier
wird Sehnsucht deutlich
- Stephanie
zeigt großes Mitgefühl für den Findling Kaspar
- Hier
stellt man sich die Frage, ob Kaspar vielleicht der „verlorene“ Sohn
Stephanies ist
- Stephanie
will nicht, das dieser Brief gefunden werden könnte, daher zerreißt sie
ihn
2.3. Szene 10:
- Henriette
Feuerbach monologisch (war die zweite Frau von Anselm von Feuerbach)
- Kaspar
ist in dieser Szene bereits verstorben
- Erinnert
sich an einen Traum, den ihr Kaspar einst geschildert hat
(Farbbeschreibungen grün, rot)
- Auch
hier beschreibt Henriette, das Kaspar für Feuerbach ein
Untersuchungsgegenstand ist
- Henriette
ist auch der Meinung, das Kaspar keinen Unterschied machen konnte zwischen
Traum und Wirklichkeit „Ja, es war mir, als erlebte Kaspar nicht, sondern
als erträumte er die ihn umgebende Welt“ (Frau Henriette Feuerbach, Zeile
32, Seite 322)
- Henriette
bringt Kaspar in Verbindung mit dem Tod, mit einem Menschen, der von der
Welt zu Tode bedroht wird „Kaspar erschien vor allem am Anfang immer wie
von der Welt bedroht“ (Frau Henriette Feuerbach, Zeile 42, Seite 322)
- Kaspar
wird von Henriette als verträumt, verspielt und sogar ein wenig verliebt
dargestellt; ein Bruder, auf den man immer acht geben müsse
3. Schlusswort:
- Alle
Frauen sprechen mit dem Herzen
- Man
spürt die tiefe Zuneigung der Frauen zu Kaspar
- Sie
sehen Kaspar als Menschen und nicht nur als Untersuchungsobjekt
- In
Szene 7 freuen sich die Frauen über die Fortschritte, die Kaspar macht und
über die scheinbar aufkeimende Liebe zu Caroline
- In
Szene 8 versucht Stephanie einen Brief zu diktieren; ihr wird jedoch klar,
wie sehr sie dabei an ihren „verloren“ Sohn Gaspard denkt und möchte
nicht, das dieser Brief jemals gefunden werden könnte, also zerreißt sie
ihn
- In Szene
10 ist Kaspar bereits tot und Henriette schwelgt in Erinnerungen an einen
Traum, den ihr Kaspar einst geschildert hat; sie verwendet
Farbbeschreibungen (grün, rot)