Ruhr-Universität Bochum 08.
12. 2003
WiSe 2003/04
Lehrstuhl für Komparatistik
Seminar: Theorien, Modelle,
Methoden: Person und Figur
Dozenten: Prof. Dr.
Monika Schmitz-Emans/Prof. Dr. W. Beilenhoff
Referent: Erik David
Thesenpapier:
(Dem Film voran gestellt)
- Dem
Helden wird ein existenzielles Rätsel aufgegeben (Das Geheimnis des Stahls), nach dessen Regeln er sein eigenes Leben
ausrichtet.
- Der Held
beginnt sein Dasein aus einer Mängelsituation heraus (Verlust von
Heimat, Familie, Jugend, Freiheit etc.).
- Das
Individuum ist völlig auf sich selbst zurückgeworfen und muss seine eigene
Existenz auf grundlegende Weise etablieren. Dadurch wird die Figur zum Spiegel
der kulturellen Grundlagen, die sie viel intensiver erfährt, als andere. So
werden einzelne Akte der Individualisierung, Sozialisation und Autonomisierung
in ihrer Bedeutung und Wirkung stark hervorgehoben.
- Conan
widersteht dank außergewöhnlicher Körperkräfte und Willenskraft
die Tortur der Zwangsarbeit.
- Der Kampf
wird zum Prinzip der Selbstbehauptung des Einzelnen gegen Mensch und Tier.
- Conan verkörpert
die Tugenden des Kriegers, wie Mut, Furchtlosigkeit, Standhaftigkeit,
Stärke, Treue und Disziplin.
- Der
Stahl hat in der Conan-Geschichte eine ähnliche kulturstiftende Bedeutung wie
das Feuer im Prometheus-Mythos und kann als Symbol der Technik bzw. kulturellen
Praxis verstanden werden. Beides ist anfänglich in göttlichem Besitz und fällt
den Menschen in die Hände.
- Die
Technik verleiht dem Menschen weltliche Macht. Sie ermöglicht ihm einerseits den
Segen der Selbstbehauptung und Autonomie und andererseits birgt sie die Gefahr
von Missbrauch und Vernichtung.
- Conan
vollendet das Prinzip kultureller und persönlicher Autonomie, indem er sich
bedingungslos den Regeln des Stahls unterwirft.
- Das Schwert
wird zum zentralen Medium der Selbstrealisierung. Die Regeln des Schwertes zu
beherrschen, heißt seine eigene Macht zu vergrößern und mehr Autonomie zu
erlangen.
- So
spottet er auf die Götter, wenn sie ihm keine Hilfe gewähren. Der Held
übernimmt selbst die Führung und Verantwortung seines Lebens.
- Conan
erfüllt nicht nur sein eigenes Schicksal, indem er die Rolle als Nemesis seiner
Peiniger ausgespielt hat. Mit der persönlichen Rache an dem falschen Propheten
Thulsa Doom, greift er in das Leben von tausenden anderen Menschen ein, die er
von ihrer Verblendung befreit. Er ist nicht mehr länger der Gestalter eines
einzelnen Schicksals, sondern von vielen.
- So wird
Conan bald auch der Vollender weltlicher Macht, indem er sich selbst zum König
krönt. Allerdings zeigt in die Schlusseinstellung als nachdenklichen, alten und
einsamen Mann auf seinem Thron.
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Quelle:
Conan The Babarian. Film von John Milius (1981).