Ruhr-Universität Bochum                                                                                              WS 2003/2004

Institut für Medienwissenschaft                                                                                          10.11.2003
Hauptseminar: Helden
Referentin: Justyna Lepiarz

 

Helden im Alltag:

Feuerwehrleute

 

I.           Ursprüngliche Bedeutung des Wortes „Helden“: „berühmte Krieger edler Abstammung“. Eigenschaften der Helden: Kraft, Mut, Kampfgewandtheit und -bereitschaft.

 

II.         Vorbilder der heutigen Zeit: Kriegshelden, Heilige, Wissenschaftler, Sportler, Politiker, Idole etc. Die moderne Bedeutung des Begriffes beinhaltet folgende Eigenschaften: Mut weiter zu gehen, als es üblich ist; Bereitschaft, Neues zu entdecken und sich dafür einzusetzen; Infragestellung bestehender Ordnungen des Handelns.

 

III.        Feuerwehrleute als Helden des Alltags:

·      Entsprechung dem ursprünglichen Begriff des Helden:

Þ      physische Kraft, um die Last ihrer Ausrüstung und die evtl. Opfer tragen zu können

Þ      psychische Kraft, um die Bilder des Todes, der Verletzungen und des Leidens, die sie während der Arbeit sehen, verarbeiten zu können, aber auch um die Verantwortung für ihre Entscheidungen vor den Vorgesetzten und vor eigenem Gewissen tragen zu können

Þ      Mut, sich Gefahren auszusetzen, vor denen man normalerweise fliehen würde

Þ      Kampfgewandtheit und -bereitschaft: Kampf gegen die Kräfte der Natur

·      Eigenschaften der Feuerwehrleute als Helden in der modernen Bedeutung des Begriffs:

Þ      Beteiligung an den Rettungsaktionen verschiedener Art; gute Fachmänner: schnelle Einschätzung der Situation, richtige Entscheidungen und schnelle Reaktion; kein Überlegen über die lebensbedrohlichen Gefahren für sie selbst

Þ      Handeln gegen das instinktive Benehmen: man flieht vom Brand, indem die Feuerwehrleute in die Flammen gehen

Þ      Versuch, anderen Menschen Leben zu retten, unter der Bedingung, selbst gefährdet zu sein, in der Situation; Bereitschaft, eigenes Leben zu opfern für die Hilfebedürftigen;

Þ      Eidesleistung bei der Aufnahme in die Feuerwehrmannschaft, dem Vaterland und der Bevölkerung zu dienen, indem sie sie vor den Katastrophen schützen und im Not retten

 

IV.     Feuerwehrleute als Helden im Film:

·      Szenen und Bilder, die unterstreichen sollen, dass es sich um heldenhaftes Benehmen handelt:

Þ      extrem gefährliche Situationen, Explosionen, Flutkatastrophen

Þ      Musik, die auf Gefahr hinweist; Geräusche des Feuers, der Explosionen

Þ      Farben: rot, gelb, orange und schwarz

Þ      Zeitlupen; Großaufnahmen der Notlage und Close-Ups der Gesichter der Firefighters

Þ      im amerikanischen Spielfilm: lustige Äußerungen auch während der Arbeit, um den Eindruck zu vermitteln, die Helden hätten immer gute Laune, abgesehen vom Stress, in welchem sie sich befänden

Þ      das Aussehen der Helden: in Übereinstimmung mit der aktuellen „Mode“, überwiegend gutaussehend, groß, muskulös und stark

·      Umgestaltung mancher Details der Arbeit für die Zwecke des Films, um der Story zu entsprechen, die der Regisseur haben möchte (meistens versucht man sich jedoch nah an der Realität zu halten und deswegen bitten man Fachleute um Konsultation)