Ruhr-Universität
Bochum 15.12.2003
Institut für
Komparatistik
Seminar: Theorien,
Modelle, Methoden: Person und Figur
Prof. Dr.
Schmitz-Emans
Prof. Dr. Beilenhoff
Referentinnen:
Katharina Klingeberg, Anika Zernicke
Referat:
Harry Potter
Allgemein
Autorin der
Harry-Potter-Reihe: Joanne K. Rowling,
geb. Juli 1961 in England, gewann für den ersten Harry-Potter-Band u. a. den
Preis als „The Bookseller of the year 1998“
Regisseur der Filme
„Harry Potter und der Stein der Weisen“ und „Harry Potter und die Kammer des
Schreckens“: Chris Columbus, geb. am
10. September 1958 in Pennsylvania, wurde u. a. mit dem Film “Kevin allein zu
Haus“ berühmt.
1) Merkmale eines konservativen Helden
-
Harry Potter beweist
Mut und Tapferkeit im Kampf gegen das Böse
-
Er ist Vermittler
zwischen Gut und Böse, da er der einzige ist, der mit Lord Voldemort in Kontakt
kommt und dessen Empfindungen wahrnehmen kann
-
Seine Geburt stand
unter einem besonderen Stern (→ Prophezeiung)
-
Er hat eine besondere
Bindung zu Tieren und magischen Geschöpfen und wird ständig begleitet von
seiner treuen Gefährtin, der Eule Hedwig
-
Er ist ein Parselmund
→ er beherrscht die Schlangensprache
-
Seine besonderen
körperlichen Fähigkeiten sind zum Beispiel Schnelligkeit und Sportlichkeit
(→ Quidditch)
-
Seine besten Freunde
Ron und Hermine sind ständig an seiner Seite und stehen ihm im Kampf bei (→ Vergleich, z. B. Frodo und Sam
aus „Herr der Ringe“ oder Robin Hood und Little John)
2) Vergleich mit Odysseus
-
Harry ist genau wie
Odysseus listenreich; Beispiele hierfür sind sein Tarnumhang und die
Verwandlung zu den Handlangern seines Rivalen
-
Die Narbe ist
ebenfalls eine Verbindung, denn so wie Odysseus an ihr von der Amme erkannt
wurde, wird Harry an ihr in der gesamten Zauberwelt erkannt
3) Besonderheiten bei Harry Potter
-
Harry Potter ist, was
sehr untypisch für einen Helden ist, ein Kind, dass dennoch den gleichen
Herausforderungen ausgesetzt wird, wie erwachsene Helden und es auch mit
erwachsenen Gegenspielern aufnimmt
-
Sein Aussehen ist
nicht heldentypisch, denn er ist klein und schmächtig , trägt eine Brille und
hat verstrubbelte Haare
-
Er und seine Freunde
sind in der Schule eher Außenseiter, denn seine Heldentaten sind nicht bei
allen anerkannt und machen ihn nicht automatisch beliebt
-
Seine Auflehnung gilt
nicht ausschließlich dem Bösen, sondern auch den Fehlern des Guten
-
Er bleibt trotz
Heldentaten ein ganz normaler Mensch mit Schwächen und Fehlern, wie man es bei
konservativen Helden eher selten findet
4) Betrachtung der Heldenhaftigkeit von Harry Potter auf
drei verschiedenen Ebenen:
1.Ebene: Die
Zauberwelt
-
Harry ist bei allen
in der Zauberwelt bekannt für seine Heldentat, die er im Säuglingsalter
vollbracht hat
-
Nach weiteren
Heldentaten ist bei manchen sein Heldentum zweifelhaft, denn er hat Neider, die
ihn als Angeber hinstellen und es geht soweit, dass er öffentlich als verrückt
hingestellt wird, weil die Wahrheit über den dunklen Lord, die mit diesen
Heldentaten zusammenhängt, vertuscht werden soll
2. Ebene: Die Welt
der Normalsterblichen
-
in der Welt, in der
Harry bis zu seinem 11 Lebensjahr gelebt hat und in der er seine Sommerferien
verbringt, ist er überhaupt kein Held, den aufgrund seiner Erscheinung wird er
fertiggemacht oder gar nicht beachtet
3. Ebene: Die
Realität
-
Hier nimmt Harry
Potter auch einen gewissen Heldenstatus, besonders bei Kindern, ein, denn sein
Aussehen ermutigt die Kinder und vermittelt ihnen, dass man auch ohne ein makelloses Aussehen etwas erreichen kann
-
Für die Erwachsenen
ist Harry ein Held, weil er die computer- und videogeprägten Kinder wieder zu
Lesen animiert
„Dass die computer-
und videogeprägten Kinder in 400-Deiten-Romanen versinken, reißt deren Eltern
zu Jubelstürmen hin. Ganz abgesehen davon, dass auch die Erwachsenen längst mit
der ‚Pottermania’ infiziert sind.“
„Durch dieses Buch
nimmt die Kinderliteratur ausnahmsweise wieder an einem Prozess teil, von dem
sie längst abgekoppelt ist, den sie aber eigentlich mitbegründet hat: der
Schöpfung eines kollektiven Geschichtenfundus für Kinder, aber nicht nur für
sie.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung – Monika Osberghaus –
22.03.’00